Rückenzentrum Hamburg: Diagnostik, Therapie, Prävention
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Impingement-Syndrom der Schulter

Was ist ein Impingement-Syndrom?

Impingement heißt Einklemmung. Beim Impingement Syndrom der Schulter werden ein Schleimbeutel (Bursa subacromialis) und die Sehne des oberen Grätenmuskels (Supraspinatussehne) zwischen dem knöchernen Schulterdach (Acromion) und dem Oberarmkopf eingeklemmt.
Durch die wiederholte Einklemmung kommt es zur Entzündung des Schleimbeutels (Bursitis subarcomialis) und der Supraspinatussehne (Tendinitis). Durch dauerhaften oder wiederholten Druck auf die Supraspinatussehne kann diese reißen.

Wo und wann tut es weh beim Impingement-Syndrom?

Die Schmerzen werden direkt in der betroffenen Schulter wahrgenommen und treten zu Beginn insbesondere beim seitlichen Anheben des Armes (Abduktion) auf. Bei einer akuten Entzündung oder einem langfristigen Bestehen des Impingement-Syndroms wird oft über einen Dauerschmerz in der betroffenen Schulter geklagt.

Wie entsteht ein Impingement-Syndrom?

Das Schultergelenk hat eine sehr große Beweglichkeit und muss daher gut durch Muskeln gesichert werden.
Das eigentliche Schultergelenk liegt zwischen dem Schulterblatt und dem Oberarmkopf. Das Schulterblatt wird durch Muskeln (Scapulafixatoren) am Brustkorb fixiert. Die exakte Ausrichtung des Oberarmkopfes in der Gelenkpfanne erfolgt durch die Muskeln der Rotatorenmanschette.
Voraussetzung für ein gutes Funktionieren dieses Systems ist eine exakte Abstimmung der Aktivität der einzelnen Muskeln (Koordination) sowie ein guter Trainingszustand dieser Muskulatur (Kraft, Schnellkraft und Kraftausdauer). Funktioniert dieses System nicht ausreichend, übernehmen andere Muskeln, insbesondere der große und kleine Brustmuskel (Pectoralismuskeln) und der obere Trapezmuskel, die Stabilisierung der Schulter (Kompensation). Diese Muskeln ziehen die Schulter nach vorne und oben, so dass der Oberarmkopf gegen das Schulterdach drückt (Impingement).

Wie wird ein Impingement-Syndrom diagnostiziert?

Da das Impingement-Syndrom eine typische Symptomatik hat, kann die Diagnose oft schon nach dem gezielten Befragen durch den Arzt (Anamnese) gestellt werden. In der klinischen Untersuchung kann in der Regel mit bestimmten Bewegungen (Provokationstest) der typische Schmerz ausgelöst werden. Zusätzlich werden andere Erkrankungen ausgeschlossen und zur Ursachenforschung und Therapieplanung die Schultermuskulatur auf ihre Funktion getestet sowie Bewegungsabläufe geprüft. Wichtig ist auch die Funktionsuntersuchung der Hals- und Brustwirbelsäule sowie der dazugehörigen Muskulatur und der wichtigsten Nervenfunktionen.
Zur Sicherung der Diagnose wird die Schulter mit Ultraschall (Sonographie) untersucht. Hier können entzündliche und degenerative Veränderungen an der Muskulatur, den Sehnen und dem Schleimbeutel erkannt werden. Mit der Sonographie kann die Schulter auch in der Bewegung untersucht werden. 
Andere bildgebende Verfahren (z.B. Röntgen, MRT) sind in der Regel nicht notwendig.

Was hilft beim Impingement-Syndrom?

Am Anfang der Therapie steht meist die Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Klassische Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung (NSAR, z.B. Diclofenac, Ibuprofen) sind in der Regel wirksam. Unterstützt werden kann dies durch physikalische Therapien wie Wärme/Kälte, Ultraschall oder Strombehandlungen. Physiotherapeutisch werden schmerzhafte Muskel-, Gelenk- und Wirbelsäulenbefunde behandelt. Schon zu Beginn der Therapie sollte an der Aktivierung der schulterstabilisierenden Muskulatur gearbeitet werden.
Zur Entzündungshemmung können auch antientzündliche Medikamente (Kortison) an die Schulter (Subacromialraum) gespritzt werden. Häufig sind diese Injektionen hoch effektiv, bergen jedoch insbesondere bei wiederholten Anwendungen die Gefahr der Sehnenschädigung.
Operationen beim Impingement-Syndrom sollen mehr Platz schaffen (z.B Knochenspornentfernung, Einkürzung des Schulterdachs [Acromion]) und/oder eventuell gerissene Sehnen wieder befestigen. In einer großen Langzeituntersuchung konnte gezeigt werden, dass operative Behandlungen plus Training einem alleinigen Training nicht überlegen sind. Daher sollte die operative Behandlung nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden.

Was hilft langfristig beim Impingement-Syndrom?

Die wichtigste therapeutische Maßnahme beim Impingement-Syndrom ist die Wiederherstellung des muskulären Gleichgewichts. Das heißt, die oberflächlichen Brust- und Nackenmuskeln (Trapez- und Pectoralismuskel) müssen entspannt, die stabilisierenden Muskeln (Scapulafixatoren und Rotatorenmanschette) gestärkt, Fehlhaltungen (Schulter hoch und nach vorn gezogen) korrigiert  und die Bewegungskoordination verbessert werden.
Entsprechende Trainings- und Übungsprogramme werden mit einem Physiotherapeuten eingeübt und regelmäßig selbstständig durchgeführt.
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