Rückenzentrum Hamburg: Diagnostik, Therapie, Prävention
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Muskuläre Dysbalancen

Was sind muskuläre Dysbalancen?

Dysbalance heiß Ungleichgewicht, in diesem Fall der Muskulatur. Muskuläre Dysbalancen sind ein Befund aus der Funktionsuntersuchung des Bewegungssystems, der ein typisches Muster aus Muskelabschwächung und Muskelverspannung beschreibt. 

Wie entstehen muskuläre Dysbalancen?

Unser Bewegungssystem reagiert auf  Fehlbelastung (z.B. zu viel sitzen, zu wenig Bewegung, zu starke Belastung für den individuellen Trainingszustand, z.B. lange Wanderung ohne Vorbereitung) immer gleich. Haltemuskeln reagieren mit Abschwächung, so dass die Bewegungsmuskeln deren Halteaufgaben (statische Belastung) übernehmen müssen. Da unsere Bewegungsmuskeln für Bewegung (Dynamik) und nicht für langes Halten (Statik) gemacht sind, werden sie durch die statische Belastung schnell überfordert. Ein überforderter Muskel reagiert mit einer Verkürzung und Verspannung.

Als Folge kommt es zu Symptomen:
  1. Die Druckerhöhung im Muskel (Verkürzung/Verspannung) führt zu einer Verschlechterung der Durchblutung und damit zu Schmerzen.
  2. Durch die Abschwächung der Haltemuskulatur kommt zu Blockierungen, das heißt einer Bewegungseinschränkung in Wirbelsäulenabschnitten oder in Gelenken, und damit zu Schmerzen.
  3. Bewegungsmuskeln setzen über lange Bewegungshebel an unseren Knochen und der Wirbelsäule an, so dass bei Bewegungen eine gute Krafteinwirkung erfolgen kann. Durch die Verkürzung der Bewegungsmuskeln entstehen typische Fehlhaltungen (siehe unten). 

Wie erkennt man muskuläre Dysbalancen?

An typischen Fehlhaltungen, z.B.:
  1. Rundrücken, Kopf und Schultern werden nach vorn gezogen durch eine Verkürzung der Brust- und Nackenmuskulatur sowie einer Abschwächung der Schulterblatt haltenden Muskeln und der tiefen Halsbeugemuskulatur.
  2. Langgestrecktes Hohlkreuz durch eine Verkürzung der langen Rückenstreckmuskulatur sowie einer Abschwächung der tiefen Bauch- und Rückenmuskeln.
  3. Becken nach vorn gekippt (tiefes Hohlkreuz) durch eine Verkürzung der Hüftbeugemuskulatur sowie einer Abschwächung der Gesäßmuskulatur (und der tiefen Rückenmuskeln).

Wie werden muskuläre Dysbalancen diagnostiziert?

Diagnostiziert wird eine muskuläre Dysbalance durch eine Funktionsuntersuchung, das heißt durch den Arzt oder Physiotherapeuten wird die Bewegung und Haltung (Funktion) von Gelenken und Muskeln beurteilt. Apparative Untersuchungen (z.B. Röntgen, MRT) sind nicht erforderlich. Die Funktion bestimmter tiefer Muskeln (tiefe Rückenmuskeln, tiefe Bauchmuskel) kann durch eine Ultraschalluntersuchung sichtbar gemacht werden.

Wie werden muskuläre Dysbalancen behandelt?

In der Behandlung werden Blockierungen (siehe oben) gelöst, verspannte Muskeln gedehnt und mit dem Patienten Übungen zur Selbstmobilisation (Behandlung von Blockierungen) und Dehnung der Muskulatur erarbeitet.
Um die abgeschwächte Muskulatur zu trainieren und die Muskelkoordination zu verbessern, wird zusammen mit dem Physiotherapeuten  ein individuelles Trainingsprogramm erarbeitet und eingeübt. Der Übungsaufwand für den Patienten liegt bei 10-20 Minuten/Tag. Die Übungen können ohne große Hilfsmittel zu Hause durchgeführt werden.
Allgemein ist Bewegung (Dynamik) besser als Sitzen (Statik). Das heißt, unseren Alltag aktiver zu gestalten, ist eine der wichtigsten Maßnahmen gegen ein Muskelungleichgewicht.
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