Rückenzentrum Hamburg: Diagnostik, Therapie, Prävention
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Hallux rigidus (Athrose des Großzehengelenks)

Was ist ein Hallux rigidus?

Der Hallux rigidus ist ein Gelenkverschleiß (Arthrose) des Großzehengrundgelenks mit eingeschränkter Beweglichkeit, Schmerzen, knöchernen Ausziehungen (Osteophyten) sowie einer Verschmälerung des Gelenkspalts im Röntgenbild. Je nach Stadium der Erkrankung können die Symptome unterschiedlich ausgeprägt sein.

Es werden 4 Stadien unterschieden:

Hallux rigidus Grad I: Bewegungsumfang um 20-50% reduziert, belastungsabhängige Schmerzen bei maximaler Bewegung der Großzehe, kleine knöcherne Ausziehung im Röntgenbild bei noch weitgehend normalem Gelenkspalt.

Hallux rigidus Grad II: Bewegungsumfang um 50-75% reduziert, mäßige, zeitweise auch starke Schmerzen, verbunden mit dem Gefühl einer steifen Großzehe, im Röntgenbild eine deutliche Gelenkspaltverschmälerung.

Hallux rigidus Grad III: Bewegungsumfang um 75-100% reduziert, vor allem die Bewegung nach oben ist häufig vollständig aufgehoben, Schmerzen treten konstant auf mit Verstärkung bei Belastung, stark verschmälerter Gelenkspalt mit großen knöchernen Ausziehungen im Röntgenbild.

Hallux rigidus Grad IV: Bewegungsumfang um 75-100% reduziert, Schmerzen auch in Ruhe mit Verstärkung bei Belastung, im Röntgenbild sieht man einen vollständig aufgebrauchten Gelenkspalt.

Welche Beschwerden macht ein Hallux rigidus?

• Reduzierte Beweglichkeit der Großzehe, vor allem in Richtung Fußrücken.

• Schmerzhafte, knöcherne Ausziehungen in Richtung Fußrücken, die vor allem in geschlossenen Schuhen Beschwerden machen.

• Belastungsabhängige Schmerzen in Großzehengrundgelenk in Verbindung mit einer Schwellung und Rötung.

• Überlastungsbeschwerden der 2. - 5. Zehengrundgelenke sowie Beschwerden am Fußaußenrand, weil Patient oft unbewusst den Fuß vermehrt über den Außenrand abrollt, um das Großzehengrundgelenk zu schonen.

Wie wird eine Arthrose am Großzehengrundgelenk diagnostiziert?

Bei der ärztlichen Untersuchung fällt die knöcherne Auswölbung des Gelenks nach oben auf, die durch die mechanische Irritation im Schuh gerötet sein kann. Die Beweglichkeit des Gelenks ist vor allem nach oben eingeschränkt und das Gelenk ist druckschmerzhaft. In frühen Stadien ist nur die kraftvolle Bewegung der Zehe in Richtung Fußrücken schmerzhaft, in fortgeschrittenen Stadien sind alle Bewegungen schmerzhaft. Im Röntgenbild ist die Gelenkspaltverschmälerung erkennbar sowie die knöchernen Ausziehungen (Osteophyten). Bei Verdacht auf eine entzündliche Gelenkerkrankung (z. B. Rheuma) oder eine Stoffwechselstörung (Gicht) werden zusätzlich Laboruntersuchungen durchgeführt.

Wie wird der Hallux rigidus behandelt?

In einem frühen Stadium mit einer physiotherapeutischen Behandlung kann ein orthopädisches Schuhwerk die mechanische Last reduzieren.
Ist der Knorpel im Gelenk stark geschädigt und nehmen die Beschwerden zu, ist eine Operation an der großen Zehe notwendig. Es gibt eine Vielzahl von operativen Verfahren, die eine effektive Behandlung des Hallux rigidus ermöglichen.

Wie sieht die Rehabilitation nach einer Hallux rigidus OP aus?

Nach einer OP gilt es, die Beweglichkeit im Großzehengrundgelenk wieder herzustellen. Mit Ausnahme der Gelenkversteifung wird daher bei allen anderen Verfahren frühzeitig mit einer Mobilisationsbehandlung am Großzehengrundgelenk begonnen. Je nach Bewegungseinschränkung kann sich die Mobilisationsbehandlung von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten hinziehen.
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