Bilder zeigen keinen Schmerz

In Kürze erscheint das neue Heft GEO WISSEN – GESUNDHEIT „Muskeln, Knochen, Gelenke“. Lesen Sie bereits jetzt daraus das mit Dr. Mallwitz geführte Interview.

Über die Behandlung von Rückenschmerzen gibt es viele unterschiedlich sinnvolle Empfehlungen.
Nach wie vor wird, selbst bei akuten Schmerzen, die nur eine Weile andauern, voreilig und „nur zur Sicherheit“ ein Röntgenbild oder eine Kernspintomographie (MRT) verordnet. Die Befunde dieser Bilder liefern dann häufig die Diagnose: Spinalkanalstenose, Facettensyndrom oder gar Bandscheibenvorfall.
Doch ob das, was man auf den Bildern sehen kann, auch den von den Patienten beschriebenen Schmerz verursacht, bleibt dabei meist unberücksichtigt. Denn nicht selten sind Strukturveränderungen beispielsweise an den Bandscheiben schon bei jungen Menschen erkennbar. Studien haben gezeigt, dass bereits jeder dritte kreuzschmerzfreie 30-Jährige Auffälligkeiten an der Bandscheibe aufweist.
Die Vermutung, dass es einen Zusammenhang zwischen den Beschwerden eines Patienten und den auf dem Röntgenbild/ MRT zu sehenden Verschleißerscheinungen gibt, liegt auf dem ersten Blick zwar nahe, führt aber häufig nicht zu einer folgerichtigen Diagnose und somit auch nicht zu einer erfolgreichen Behandlung.
Stattdessen sollte der Arzt eine Funktionsdiagnose stellen: Welche Einschränkungen hat der Patient? Hat er Schmerzen beim Sitzen oder Gehen? Hier sollte die Behandlung ansetzen, um die Beeinträchtigungen nachhaltig zu reduzieren.
Die Behandlung muss daher immer auf eine Funktionsverbesserung abzielen.

Auch bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen stehen die Funktion und die Funktionsverbesserung im Vordergrund. Die vielfach angewendeten passiven Therapieformen (Massagen, Wärmebehandlungen etc.) können die durch die chronische Schmerzerkrankung verloren gegangene körperliche Leistungsfähigkeit nicht zurückbringen.

Daher setzt das Rückenzentrum seit nunmehr 16 Jahren bei chronischen Schmerzpatienten auf die multimodale Therapie, die diesen erwiesenermaßen als einzige zu helfen vermag. Dabei arbeitet ein eng aufeinander abgestimmtes Team bestehend aus Ärzten/ Schmerztherapeuten, Physio- und Sporttherapeuten, sowie Psychologen gemeinsam an den Ursachen der chronischen Kreuzschmerzen und der Wiederherstellung der Funktions- und Leistungsfähigkeit der Patienten. Ein individueller, auf die Erfordernisse der Patienten ausgerichteter Therapieplan, der alle identifizierten Probleme und Schmerzfaktoren angeht, führt die Patienten durch ein vierwöchiges Programm.

Während eines Interviews, das die Redaktion GEO WISSEN GESUNDHEIT vor kurzem mit Dr. Mallwitz im Rückenzentrum Am Michel führte, stellte der Orthopäde diese fachübergreifende Behandlungsmethode vor und ging darüber hinaus auf die große Bedeutung, die der Bewegung zukommt ein.

Denn egal ob akuter oder chronischer Rückenschmerz, für beide gilt:

Aktivität reduziert den Schmerz.

Das Interview mit Dr. Mallwitz können Sie bereits hier vorab lesen.

Interview GEO WISSEN mit Dr. Mallwitz

Der Artikel erscheint am 10. Mai im neuen GEO WISSEN GESUNDHEIT „Muskeln, Knochen, Gelenke“

 

Wie sich Schlaf und Schmerz gegenseitig beeinflussen.

Im Rahmen der regelmäßig im Rückenzentrum Am Michel stattfindenden Vortragsreihe: „Schmerzen verstehen“ informierte die Diplom Psychologin Tanja Dörner die Zuhörer über die Auswirkungen und Zusammenhänge von Schlafstörungen und Schmerzen. Im folgenden lesen Sie eine Zusammenfassung ihres Vortrages.






Die meisten kennen das…, man kann schlecht einschlafen, wacht mitten in der Nacht mehrmals auf oder liegt längere Zeit wach, grübelt herum und findet keinen erholsamen Schlaf. Am nächsten Morgen fühlt man sich erschöpft und ist unkonzentriert (primäre Insomnie genannt).

Zum Glück vergehen diese Phasen meist wieder von allein, bei einigen von uns gehören Schlafstörungen jedoch zum Leben dazu und sind zu einem echten Problem geworden.

Und natürlich kennen wir auch Rückenschmerzen, fast jeder hatte schon einmal eine Schmerzepisode. In den meisten Fällen gehen diese Schmerzen von allein wieder weg, manchmal halten sie sich aber hartnäckig.

Zwei Phänomene, die jedem bekannt vorkommen werden.

Wussten Sie, dass Schmerzen und schlechter Schlaf häufig gemeinsam auftreten, sich gegenseitig beeinflussen und nicht selten einander sogar verstärken und so die Behandlungserfolge beeinträchtigen?

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