Fersensporn, langwierig und schmerzhaft

„Man erreicht so viel mit so wenig.“ Davon ist Anke Alex überzeugt. Und sie weiß, wovon sie spricht. Als seit vielen Jahren im Rückenzentrum tätige Physiotherapeutin hat sie schon zahlreichen Menschen wieder auf die Füße geholfen. In unserem neuesten Blogbeitrag klärt sie darüber auf, was sich hinter den sog. Fersenspornschmerzen verbirgt und wie man sie am besten behandeln kann.

Unsere Füße sind wahre Wunder! Sie tragen uns ein Leben lang.
Jeder besteht aus 26 einzelnen Knochen, die locker nur von Muskeln, Sehnen und Bändern zusammengehalten werden.

Doch wenn jeder Schritt starke Schmerzen verursacht, Sie die Hacke heftig quält und unter der Fußsohle ein bohrender Schmerz lauert, besteht die Möglichkeit, dass sich ein Fersensporn gebildet hat.

Ursache kann eine Fußfehlstellung in Form eines Platt- oder Hohlfußes sein, möglich ist aber auch eine Überlastung, z.B. hervorgerufen durch Übergewicht oder zu intensiven Sport.

Nicht der Fersensporn verursacht den eigentlichen Schmerz, sondern die Entzündung der Fußsohlensehne.

Durch hohen Druck auf das Fußgewebe kann das Fußgewölbe nachgeben, wodurch die darunter liegende Sehne unter eine enorme Spannung gerät. Die Sehnenplatte, die eigentlich das Fußgewölbe stützt und die Unterseite vor Verletzungen schützt, entzündet sich. Wenn dieser Zustand lange anhält, greift der Körper zu einem Trick, indem er durch Kalkeinlagerungen die empfindliche Region zu verstärken versucht. Ein Fersensporn entsteht. Interessant dabei ist, dass nicht der Sporn, der sich gebildet hat, den Schmerz verursacht, sondern vielmehr die Entzündung der fußsohlenseitigen Sehnenplatte den Schmerz erzeugt.
Der Sporn ist also mehr ein Hilferuf des Fußes, der versucht, durch Knochenanbau etwas Spannung aus der Sehne zu nehmen.

Eine schlecht gedehnte Muskulatur ist ebenfalls ein Problem.

Ist die Fuß- und Wadenmuskulatur nicht gut gedehnt, sprich verkürzt, tritt man nicht mehr ausreichend locker mit der Ferse auf und die Spannung unter der Fußsohle nimmt zu. Das kann dann auf Dauer ebenfalls zur Überlastung der Fußsohlensehne und den beschriebenen Ansatzbeschwerden führen.

Diagnose Fersenschmerz:

Ob Ihre Schmerzen nun tatsächlich durch eine gereizte Fußsohlensehne/ Fersensporn hervorgerufen werden, überprüfen Ärzte häufig mittels eines Röntgenbildes. Doch da Fußsohlenschmerzen auch durchaus ohne einen Sporn auftreten können und es eine Reihe von Untersuchungsmöglichkeiten gibt, mit denen sich die Ursache Ihrer Schmerzen im Fuß sehr genau feststellen lassen, verzichten wir im Rückenzentrum auf das Röntgenbild und setzen stattdessen auf manualmedizinische Diagnostik.

Passive Untersuchung: Dabei prüft der Therapeut, ob die Beweglichkeit des Fußes bzw. des unteren Sprunggelenkes und damit das Gelenkspiel durch eine Blockierung eingeschränkt ist oder ob eine Verspannung in der Wadenmuskulatur oder der Achillessehne vorliegt. Dazu nimmt er den Fuß in die Hand und unterzieht ihn einer genauen Untersuchung.

Aktive Untersuchung: Anschließend beobachtet der Therapeut intensiv das Gangbild, insbesondere das Abrollen des Fußes sowie die Fußstatik im Einbeinstand.

Keine Op – keine Kortisonspritzen

Seitdem bekannt ist, dass nicht der Fersensporn, sondern die Überlastung  die Schmerzen verursacht, raten Ärzte nicht mehr zur Operation.

Auch Kortisonspritzen kommen nur noch selten zum Einsatz. Denn auch wenn sie schnell für eine Schmerzlinderung sorgen, da sie stark entzündungshemmend wirken, haben sie einen erheblichen Nachteil: Kortison an der Sehne kann zu Stoffwechselveränderungen führen und birgt damit immer die Gefahr eines Risses. Weitere Schmerzen und Funktionseinschränkungen wären die Folge.

Was wirklich hilft ist eine konservative Therapie

Eine wirkliche Linderung der Schmerzsymptomatik kann nur durch eine konservative Therapie erzielt werden und erfordert viel Disziplin.
Neben Einlagen, die das Fußgewölbe stützen und die Belastung der Sehne reduzieren, ist vor allem ein Training, das den Fuß, die Achillessehne und die Wade dehnt, notwendig. Dieses muss mehrmals täglich über mehrere Wochen bis hin zu Monaten erfolgen.
Unter Anleitung eines Physiotherapeuten erlernen Betroffene darüber hinaus Kräftigungsübungen für die Muskulatur. Dadurch werden auch die Selbstheilungskräfte aktiviert.

Denkbar einfach und dabei noch besonders effektiv lassen sich die Wadenmuskulatur und die Achillessehne an einer Treppe dehnen und kräftigen.

Dazu stellt man sich mit den Zehen und Fußballen auf die unterste Stufe (sorgen Sie für zusätzlichen Halt am Treppengeländer).

 

Von dort drückt man sich über den Ballen nach oben hoch in den Zehenstand und kommt langsam wieder zurück in die Ausgangsposition.
Wiederholen Sie diese Übung mehrmals täglich.

Nachfolgend hat Anke Alex für Sie noch weitere Übungen zusammengestellt:Fotografin Sophia Lukasch

Beitrag: Fersensporn | Diese Übungen helfen

Oder sehen Sie sich unser Video auf YouTube an:
Fersensporn | Diese Übungen helfen

Wer seine Übungen regelmäßig macht, hat gute Chancen, dass ihm der Sporn von den Fersen bleibt.

Hilfe erhalten Sie im Rückenzentrum Am Michel. Wenden Sie sich gern an unsere Gelenksprechstunde.

Autor: Carina Mallwitz

Redaktion Rückhalt I Der Blog vom Rückenzentrum

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