Schmerz – Ausdruck der Verbindung zwischen Körper und psychischem Erleben

„Mein Rücken tut weh. Ich hab’s doch nicht im Kopf!“ Diesen Ausspruch hören Psychotherapeuten häufig von Patienten mit langanhaltenden Rückenschmerzen. Doch tragen gerade bei chronischen Schmerzen viele Faktoren zur Erkrankung bei. Dass Körper und Seele beim Schmerz untrennbar miteinander verbunden sind, wird in diesem Beitrag sehr anschaulich aufgezeigt. Ebenso erfahren Sie, welche Maßnahmen eine Veränderung einleiten.

Schmerz ist eine zentrale Erfahrung, auf die wir immer reagieren.
Wir fragen nach der Ursache, suchen eine Erklärung und wollen, dass er wieder verschwindet.

SCHMERZ IST VON BEGINN AN EINE PSYCHO-PHYSISCHE* ERFAHRUNG

Wie wir mit dem Schmerz umgehen, wie wir ihn einschätzen, hängt von unseren bisherigen Erfahrungen, aber auch vom Ausmaß an Kontrolle ab, das wir uns zuschreiben.
Schmerz ist aber immer auch eine emotionale Erfahrung.
Wir haben Angst, sind wütend oder gereizt, niedergeschlagen oder verzweifelt. Aus Patientensicht sind Verunsicherung, Angst und Verzweiflung, aber auch Ärger und Hilflosigkeit abhängig von der Schmerzintensität. Doch meist fehlt ein wechselseitiges Verständnis für diese gegenseitige Beeinflussung.
Je mehr Angst wir haben, desto beeinträchtigender, aber auch intensiver nehmen wir Schmerzen wahr. Unsere emotionale Reaktion auf den Schmerz ist unmittelbarer Ausdruck davon, wie wir die Ursache des Schmerzes einschätzen, für wie kontrollierbar wir den Schmerz halten und was der Schmerz für uns bedeutet. Hier gelangen Sie zum gesamten Beitrag.

Zweitmeinung – OP´s sind häufig nicht notwendig

Das Rückenzentrum Am Michel bietet für jeden Patienten ein Zweitmeinungsverfahren vor einer geplanten Operation an.
Die gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet, dafür die Kosten zu übernehmen.

In das Rückenzentrum Am Michel kommen zunehmend Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, um sich vor einer möglichen Operation eine Zweitmeinung einzuholen.

Vielfach sehen Betroffene und Ärzte eine Operation als letzte, manchmal sogar verzweifelte Maßnahme, die quälenden Rückenschmerzen endlich los zu werden.

Doch ist das wirklich der letzte Ausweg oder gibt es vielleicht doch eine andere, bessere Lösung?

Konservativ oder operativ

Ein ganz entscheidender Faktor, dass nach wie vor viel zu oft operiert wird, sind die vielfältigen bildgebenden Verfahren, die eine detaillierte Beurteilung der anatomischen Strukturen und Veränderungen erlauben. Leider führen diese häufig zu falschen Schlüssen, da in den allermeisten Fällen, die Strukturveränderungen höchstens einen Teil der Schmerzen ausmachen. Ein chirurgischer Eingriff „verschönert“ daher nicht selten lediglich das nächste Röntgenbild oder MRT, behebt aber nicht die eigentliche Ursache, die meist ganz woanders zu finden ist.

Denn mittlerweile weiß man, dass Patienten, die über einen längeren Zeitraum unter Schmerzen leiden, zu 70 Prozent mit Ängsten und Depressionen zu kämpfen haben. Das führt dazu, dass sie sich vermehrt aus dem Leben zurückziehen und gleichzeitig die Freude an der Bewegung verlieren. Die daraus resultierenden muskulären Defizite überfordern besonders häufig die Rückenmuskulatur, die darauf mit Verspannungen reagiert. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, aus dem die Betroffenen nur schwer allein wieder herausfinden.

Die Multimodale Schmerztherapie

Fotografin: Sophia LukaschDas Expertenteam im Rückenzentrum Am Michel besteht neben Orthopäden auch aus Psycho- und Physiotherapeuten, die besonders auf die Wechselwirkungen zwischen seelischen und körperlichen Prozessen achten.

Fotografin: Sophia Lukasch„Eine Operation kann Konflikte, die auf den Schultern der Patienten lasten und ihr individuelles Schmerzempfinden negativ beeinflussen, nicht aus der Welt schaffen“, erklärt Dr. Joachim Mallwitz, Spezialist für konservative Orthopädie und leitender Arzt im Rückenzentrum Am Michel.
„Bei 80 bis 90 Prozent unserer Patienten sehen wir eine Chance, ihr Problem konservativ, also ohne Operation zu verbessern. Manchmal treibt allein schon die Angst vor einer OP die Patienten dazu, ein aktives Aufbautraining zu wagen, da sich gerade bei Verschleißsymptomen eine Kombination aus Physiotherapie und Krafttraining als besonders erfolgreich herausgestellt hat.“

Die multimodale Schmerztherapie ist somit insbesondere für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen das Mittel der Wahl und bewiesen wirksam. Sie kombiniert abgestimmt aufeinander verschiedene therapeutische Maßnahmen, wie z.B. die Bewegungstherapie und die Schmerzpsychotherapie mit ggf. einer medikamentösen oder infiltrativen Schmerztherapie. Die gemeinsame Festlegung realistischer und bedarfsabhängiger Therapieziele spielt dabei ebenfalls eine wesentliche Rolle.

OP-Risiken

Patienten sollten vor jeder Operation immer auch die möglichen Risiken eines Eingriffes bedenken. Neben Komplikationsmöglichkeiten während der Operation und der Narkosezeit, wirkt sich vor allem die eingeschränkte Mobilität im Anschluss schnell nachteilig aus.
Alle Risiken sind im individuellen Fall abzuwägen und abhängig von Vorerkrankungen.

Wann wir zu einer OP raten

Sollten im Rahmen der Untersuchung z.B. eine gravierende Nervenschädigung oder gar eine schwere Lähmung diagnostiziert werden, ist eine Operation zu erwägen.

Holen Sie sich vor einer Wirbelsäulen-OP eine Zweitmeinung ein!

Viele Krankenversicherungen bieten ihren Mitgliedern mittlerweile an, sich vor einer Wirbelsäulen- einer Bandscheiben- oder auch einer Gelenk-OP in ausgewählten Rückenzentren eine Zweitmeinung einzuholen. Darauf hat jeder Versicherte ein Anrecht. (Recht auf Zweitmeinung/ Patientenrechte)

Wir raten Ihnen dringend, von diesem Recht Gebrauch zu machen, da nur in weniger als 10 Prozent der Fälle, eine Operation notwendig ist. Stattdessen sind aktive Maßnahmen sowie eine multimodale Herangehensweise an den Schmerz wesentlich Erfolg versprechender.


Zur weiteren Information lesen Sie bitte auch die Nationalen Versorgungs-Leitlinien Nicht-spezifischer Kreuzschmerz.

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