Was Sonnenlicht mit uns macht

Mangelndes Sonnenlicht macht im Winter antriebslos und müde

Mal Hand aufs Herz: Wie oft gehen Sie im Winter raus und wann sehen Sie dabei die Sonne? Im vergangenen Monat schien sie laut des Deutschen Wetterdienstes in einigen Teilen Norddeutschlands nur magere 30 Stunden. Hinzu kommt noch, dass die Sonnenstrahlen am Jahresbeginn nur kurz und flach auf die Erde treffen. Dadurch kommt unser Organismus nur selten in den Genuss der vielen positiven Einflüsse der Sonne.

Diese sind u. a.:

  • die Mithilfe zur Bildung von Melatonin, dem sog. Schlafhormon, das unseren Tag- Nacht-Rhythmus steuert
  • die Erhöhung der Produktion von Serotonin- als auch Endorphinen, unsere körpereigenen „Glückshormone”, die zum Beispiel das Schmerzempfinden unterdrücken, gute Laune machen, gegen Stimmungsschwankungen und Depressionen helfen
  • die Anregung der Produktion von Vitamin D¹).
Ein Mangel an Vitamin D ist eng mit psychischen Erkrankungen assoziiert.
Wenn uns der Stimmungsaufheller Sonne fehlt, müssen wir nach Alternativen suchen

Tanken Sie so viel Tageslicht wie möglich: Das günstigste und erfolgversprechendste Mittel gegen müde Wintertage ist viel frische Luft! Nutzen Sie dafür zum Beispiel die Mittagspause oder den Weg von und zur Arbeit.

Die kurzen Tage im Winter und die Angewohnheit, den größten Teil des Tages drinnen zu verbringen, stellen Risikofaktoren für Depressionen dar. Sie sollten deshalb versuchen, täglich für mindestens 20-30 Minuten rauszugehen, um etwas Tageslicht abzubekommen. Falls Sie keine Gelegenheit finden, ist eine Tageslichtlampe²) eine gute Alternative. Sie kann dem Winterblues Beine machen und wirkt antidepressiv. 

Hilfe bei Depressionen

Bei dem Verdacht auf eine Depression ist ein Gespräch mit einem Arzt wichtig. In Notfällen sollten sich Betroffene an den Notruf wenden. Krisendienste und Beratungsstellen finden sich zudem auf der Website der Deutschen Depressionshilfe. 
Auch ein Anruf bei der Telefonseelsorge ist eine Möglichkeit, Hilfe zu bekommen: 0800 / 11 10 11

Bewegung, Bewegung, Bewegung: Viele Studien zeigen, dass Bewegung positive Effekte für Körper und Geist hat. Insbesondere Menschen mit Einschlafproblemen kann es helfen, sich durch Sport auszupowern. Zudem weisen mehrere Studien darauf hin, dass Bewegung ebenfalls helfen kann, Depressionen vorzubeugen.

Treffen Sie Freunde oder Familie: Soziale Interaktionen bringen uns nicht nur dazu, trotz Winter und Kälte vor die Tür zu gehen, sie helfen auch, Grübeleien oder Gedankenspiralen vorzubeugen. Diese treten besonders dann auf, wenn wir vermehrt allein sind.

Das Sonnenhormon Vitamin D

Wer im Sommer viel Vitamin D getankt hat, kommt umso besser durch den Winter! Denn da es sich beim Vitamin D um ein fettlösliches Vitamin handelt, kann es der Körper über einen längeren Zeitraum speichern, so dass es auch im Winter zur Verfügung steht.

Das Besondere am Vitamin D ist, dass es unser Körper selber herstellt.

Hierzu empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) zwischen März und Oktober mindestens zwei- bis dreimal pro Woche Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz der Sonne für ca. 20 Minuten auszusetzen. ³)

Warum Vitamin D so wichtig ist

Praktisch jede Zelle des Körpers benötigt Vitamin D zur Steuerung innerzellulärer Prozesse. Ein Mangel an Vitamin D führt in vielen Zellen zu Stoffwechselstörungen. Die Folgen eines solchen Mangels offenbaren sich häufig erst nach vielen Jahren.

Eine besonders wichtige Aufgabe kommt dem Vitamin D beim Knochenstoffwechsel zu, da es dafür sorgt, dass Kalzium im Darm aufgenommen und in den Knochen eingelagert werden kann.

Und auch unsere Muskelzellen müssen gut mit Vitamin D versorgt sein, denn nur mit Hilfe dieses Nährstoffes können sie zuverlässig reagieren und sich kräftig ausbilden.

Wer häufiger unter Rückenschmerzen leidet, zuweilen umknickt oder sogar hin und wieder stürzt, sollte in Betracht ziehen, dass dies auch ein Hinweis auf einen zu geringen Vitamin-D-Spiegel sein kann.

Einen Vitamin-D-Mangel kann man nicht ohne weiteres erkennen. Daher empfehlen wir allen Lesern, ihren Vitamin-D-Gehalt im Blut bei einem Arzt bestimmen zu lassen. Der Wert sollte möglichst bei über 30 ng/ml, nicht aber bei unter 20 ng/ml liegen. In diesem Fall ist eine Supplementierung zum Auffüllen der Speicher unbedingt notwendig. Dabei ist die Dosierung vom Alter und der Schwere des Mangels abhängig. Wir empfehlen einen Kontrolltermin nach 6-8 Wochen.

Zwar lässt sich Vitamin D auch über die Nahrung aufnehmen, doch der Bedarf kann leider selbst mit einer ausgewogenen Ernährung nicht gedeckt werden und beträgt im besten Fall lediglich 10-20%.

Fazit:

Sonnenlicht ist ein Lebenselixier und Stimmungsaufheller und regt die Vitamin-D-Bildung in unserer Haut an. Doch selbst ein wolkenbedeckter Himmel im Februar lässt noch etwas UV-Licht durch. Diese Sonnenstrahlung – die man eben nicht in geschlossenen Räumen bekommt – ist enorm wichtig für unser Wohlbefinden. Grund genug also, uns trotz des Hamburger Wetters nicht davon abhalten zu lassen, auch in den Wintermonaten regelmäßig vor die Tür zu gehen, zumal Bewegung, frische Luft und Sonne sowohl für die körperliche als auch für die geistige Gesundheit förderlich sind.


¹) Wir empfehlen Ihnen in diesem Zusammenhang auch unseren erst vor kurzem erschienenen aktuellen Beitrag zum Thema Vitamin D. Einfach genial!

²) Die Vitamin-D-Produktion wird dadurch nicht angeregt, da diese Lampen keine UV-B-Strahlen produzieren.

³) Alle Informationen vom RKI zum Vitamin D finden Sie hier: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/Vitamin_D_FAQ-Liste.html

Autor: Carina Mallwitz

Redaktion Rückhalt I Der Blog vom Rückenzentrum

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.