Ein MRT ist bei Rückenschmerzen meist nicht notwendig.

von Dr. Joachim Mallwitz

 

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Wenn Sie noch nicht länger als 6 Wochen unter Rückenschmerzen leiden und sich der Schmerz auf den unteren Rücken beschränkt, dann sollten Sie zunächst kein MRT-Bild anfertigen lassen.

Werden in einer Kernspin-Untersuchung Bandscheibenschäden festgestellt, und das ist mit zunehmendem Alter immer wahrscheinlicher, so setzt dies vielfach eine Kette von angstmachenden Assoziationen und unangemessenen Maßnahmen, bis hin zur Operation, in Gang.


Bereits etwa die Hälfte aller 50-Jährigen (der Anteil steigt mit dem Alter) haben Veränderungen an den Bandscheiben im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule oder am Übergang zum Kreuzbein; bei den allermeisten Personen lösen diese aber gar keine Symptome/ Schmerzen aus.

Hat man allerdings durch ein MRT erst einmal das Bild einer geschädigten Bandscheibe im Kopf, verbindet man dieses ungewollt mit seinem Kreuzschmerz, obwohl für den Schmerz meist nur eine völlig harmlose Funktionsstörung ursächlich ist.
Erst dann, wenn eine Taubheit oder gar Lähmung im Bein auftritt, deutet dies auf einen eingeklemmten Nerv oder eine Nervenschädigung hin und damit auf einen bedeutsamen Bandscheibenvorfall. Nur dann ist eine MRT-Untersuchung anzuraten.

In allen anderen Fällen führt das MRT eher zur Verunsicherung, als dass es hilft.

Lösen Sie sich daher gedanklich von den Diagnosen, die aus MRT-Bildern resultieren und lenken Sie Ihre volle Aufmerksamkeit darauf, die verminderte Kraft Ihres Rückens (Instabilität) deutlich zu verbessern bzw. wieder zurück zur ursprünglichen Stabilität zu gelangen. Dieses Ziel erreichen Sie, indem Sie die tiefen, als auch die oberflächlichen stabilisierenden Muskelgruppen regelmäßig und intensiv trainieren. Dadurch wird die Lendenwirbelsäulenregion wieder leistungsfähiger und belastbarer gemacht – ob nun mit oder ohne Bandscheibenvorfall.

Eine verbesserte muskuläre Leistungsfähigkeit führt zu einer verbesserten funktionellen Stabilität und damit zu einer größeren Belastbarkeit – Anforderungen an den Rücken werden deutlich besser toleriert.

Haben Sie also bei Schmerzen im LWS-Bereich Geduld, beginnen Sie mit einem stabilisierenden Muskeltraining, bleiben Sie aktiv und in Bewegung, dann wird der Schmerz bald wieder vergehen.

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Autor: Dr. Joachim Mallwitz

Facharzt für Orthopädie und Physiotherapeut. Leiter des Rückenzentrum Am Michel seit 2001.

3 Gedanken zu „Ein MRT ist bei Rückenschmerzen meist nicht notwendig.“

  1. Aktive Bewegung ist genau der Punkt, der bei uns als Büromöbel-Händler in unserem Büroalltag eigentlich gegenwärtig ist. Auch wir schauen vorrangig erstmal, ob Kunden überhaupt Bewegung in den Arbeitsalltag integriert haben. Häufig muss man nur an ein paar Stellschrauben drehen und der Rücken hat schon mal wertvolle Entlastung und das Dauersitzen wird vermieden.
    Und das geht bereits auch ohne die Anschaffung von teuren Möbeln. Beispielsweise kann man beim Telefonieren aufstehen. Noch mehr so kleine Tipps haben wir übrigens auf https://www.bueromoebel-experte.de/ratgeber/bueroalltag/gesundes-sitzen-bewegung-am-arbeitsplatz/ zusammengefasst. Vielleicht ist der Beitrag ja ebenfalls etwas für Ihre Leser.

  2. Hallo! Danke für den informativen Artikel zum Thema MRT. Interessant, dass nicht in allen Fällen ein MRT-Bild hilfreich ist bzw. von den wahren Schmerzursachen ablenkt. Also ist es umso wichtiger, einen guten Facharzt zu konsultieren, der ein MRT nur bei Notwendigkeit anordnet.

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