Physiotherapie bei Dysfunktion der Beckenbodenmuskulatur
Ein starker Beckenboden ist die Basis für unser Wohlbefinden und unsere Stabilität. Er ist so wichtig, weil er verschiedene Funktionen in unserem Körper übernimmt.
Hauptfunktionen des Beckenbodens
Stützung und Stabilisierung
Er hält Organe wie Blase, Darm und Gebärmutter in ihrer Position und ist entscheidend für eine aufrechte Haltung.
Kontinenz
Er ermöglicht die kontrollierte Entleerung von Blase und Darm, indem er als Verschlussmuskel fungiert, der auch bei Druckerhöhungen (z. B. Husten, Niesen) standhält.
Körperliche Belastbarkeit
Er federt Druck ab und ist wichtig für die Stabilisierung des Körpers, insbesondere bei Belastungen wie Heben oder Springen.
Sexualität und Potenz
Er trägt zur Lustempfindung bei und spielt eine Rolle bei der Erektion bei Männern.
Schwangerschaft und Geburt
Er stützt die wachsende Gebärmutter während der Schwangerschaft und muss während der Geburt elastisch genug sein, um nachzugeben.
Es gibt verschiedene Auslöser, die die Beckenbodenmuskulatur schwächen können.
Dazu zählen im Wesentlichen Schwangerschaft und Geburt, starkes Übergewicht, chronische körperliche Belastung wie schweres Heben, chronischer Husten oder Verstopfung sowie altersbedingte hormonelle Veränderungen, insbesondere während der Wechseljahre. Auch bestimmte Operationen im kleinen Becken, chronische Erkrankungen oder bestimmte Medikamente können den Beckenboden schwächen. Auch bestimmte Sportarten mit hoher Stoßbelastung wie Laufen, Springen oder Jogging können den Beckenboden strapazieren, wenn keine gezielten Kräftigungsübungen erfolgen.
Beschwerden oder Symptome, die sich bei einer Beckenbodenschwäche zeigen sind ebenso vielfältig wie ihre Auslöser:
- Harn- und Stuhlinkontinenz
- ein Druck- oder Fremdkörpergefühl im Unterbauch
- Unterleibsschmerzen
- Probleme beim Geschlechtsverkehr
- Häufige Harnwegsinfektionen
- Probleme bei der Blasen- oder Darmentleerung
(wie Gefühl einer unvollständigen Entleerung oder Verstopfung)
Statistisch gesehen sind in Deutschland mehr als 30 % der Frauen davon betroffen.
Eine gründliche Befundung und ganzheitliche Behandlung der Beckenbodenmuskulatur ermöglicht eine individuelle und gezielte Therapie. Die Beckenbodentherapie hilft dabei die Kraft, Kontrolle und Entspannung in diesem zentralen Körperbereich zurückzugewinnen. Das steigert gleichzeitig das Wohlbefinden und die Lebensqualität im Alltag.
Wissenschaftliche Studien von Dr. med. Kaven Baessler und Physiotherapeutin Dr. Bärbel Junginger an der Charité belegen die Wirksamkeit der blasenhalsstabiliserenden Therapie.
Im Rückenzentrum Am Michel haben wir ein Expertinnen-Team für die spezielle Beckenbodentherapie.

Elisabeth Schrader
Kirsten Keller
Kirsten Glebinski
Unsere erfahrenen Manualtherapeutinnen für Beckenbodendiagnostik und -therapie sind Spezialistinnen auf diesem Gebiet. Sie wurden unter anderem an der Berliner Charité in der speziellen Beckenbodentherapie ausgebildet.
Terminvereinbarung unter 040-413623-0
Hierfür benötigen Sie ein Rezept von ihrem behandelnden Haus- oder Facharzt (Gynäkologie, Urologie, Chirurgie). Was genau auf dem Rezept bzw. auf der Heilmittelverordnung stehen soll, finden Sie hier:
Ihr 1. Termin: Die Befundung
Eine gründliche Diagnostik bildet die Basis Ihrer Behandlung. Wir besprechen Ihren Fragebogen, klären Beschwerden und gewinnen ein erstes Bild Ihrer Situation. Anschließend folgen die körperlichen Untersuchungen, bei denen Funktion, Spannung und Koordination der Beckenbodenmuskulatur beurteilt werden.
Ergänzend setzen wir, wenn sinnvoll, Ultraschall ein, um die Aktivität des Beckenbodens sichtbar zu machen und mögliche Fehlfunktionen zu erkennen.
Darauf aufbauend erstellen wir Ihren individuellen Therapieplan und beraten Sie zu passenden Maßnahmen wie Sport oder hilfreichen Unterstützungen.
Ihr 1. Termin: Die Befundung
Dann erfolgt die körperliche Untersuchung. Der Status der Beckenbodenmuskulatur wird umfassend untersucht. Die Therapeutin untersucht Sie zum einen manuell. Hierbei tastet sie den Beckenboden vaginal und/oder rektal ab, um die Muskulatur, Schließmuskeln und eventuelle Senkungen zu beurteilen. Die Spannung, Symmetrie und Ausdauer der Muskulatur werden geprüft. Dann erfolgt in der Regel ein Funktionstest. Sie werden gebeten, den Beckenboden anzuspannen, zu entspannen, zu husten oder zu pressen, um die organstabilisierende Funktion zu überprüfen. Dies hilft, eventuelle Senkungen zu erspüren.
Zum anderen kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall zum Einsatz. Eine Ultraschalluntersuchung kann über den Bauch oder den Damm erfolgen. Auf dem Ultraschallmonitor können Sie unter Anleitung der Therapeutin die einzelnen Muskelschichten sehen und sehr gut verfolgen, ob Sie die Muskulatur des Beckenbodens richtig ansteuern können. Sie sehen live, wie Ihr Beckenboden arbeitet. Dabei wird die Funktion beim Anspannen, Entspannen und unter Belastung (z. B. Husten) beobachtet. Der Ultraschall kann Organe wie Blase, Gebärmutter und Darm darstellen und deren Lage beurteilen.
Nach ausführlicher Anamnese und Untersuchung erstellen wir für Sie einen individuellen Therapieplan. Begleitend beraten wir Sie zum Thema Sport und weisen Sie in die Benutzung von Hilfsmitteln ein.
Ziel der Beckenbodentherapie
Sie lernen oder verbessern die motorische Kontrolle Ihrer Beckenbodenmuskulatur. Sie lernen wie Sie die tiefliegenden stabilisierenden Muskeln isoliert anzusteuern und die Muskelspannung des Beckenbodens regulieren. So schaffen wir eine gezielte Aktivierung sowie bewusste Entspannung.
Der Ultraschall ist das entscheidende Mittel für das direkte Feedback, um die An- und Entspannung sowie eine motorische Kontrolle des Beckenbodens zu erlernen und zu sehen, wie der Beckenboden auf Belastung reagiert.
Die Therapie findet in entspannter Atmosphäre statt. So können Beschwerden in Ruhe mit der Therapeutin besprochen werden.
Wichtiger Hinweis:
Die Beckenbodentherapie bieten wir aktuell nur für unsere weiblichen Patientinnen an.
Ihr Weg zu uns
Wir benötigen von Ihnen eine ärztliche Verordnung (Heilmittelverordnung oder Rezept). Diese können Sie persönlich bei uns im Rückenzentrum abgeben oder per E-Mail oder Fax zusenden. Bitte vergessen Sie Ihre Kontaktdaten nicht.
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